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Wanderung auf dem Pacific Crest Trail in Oregon

Oregon

Wanderung auf dem Pacific Crest Trail in Oregon

Von: Brooke Weeber

Kyle Ellison
1 von 1
  • Bundesstaaten:
    Oregon

Der Film „Der große Trip – Wild“ mit Oscar-Preisträgerin Reese Witherspoon erzählt die wahre Geschichte einer Frau, die drei Monate lang den Pacific Crest Trail entlang durch Kalifornien, Oregon und Washington gewandert ist.

Der Film zeigt die Herausforderungen, denen sich Cheryl Strayed (gespielt von Witherspoon) auf ihrer Wanderung stellen muss, sowie die inspirierenden Momente, die sie erlebt. Brooke Weeber, eine Grafikerin aus Portland (Oregon), entschloss sich, in Strayeds Fußstapfen zu treten und die Oregon-Strecke des Pacific Crest Trail in Angriff zu nehmen. Dabei hielt sie jeden Schritt für Travel Oregon fest. Unten findet ihr ein paar Auszüge von ihrer Reise:

Teil 1

„Warum machst du diese Wanderung?“ war eine der häufigsten Fragen, die mir von anderen Wanderern auf dem Pacific Crest Trail gestellt wurde. Mir ist darauf nie eine passende Antwort eingefallen. Ich habe so viel über diese Frage nachgedacht, aber das einzige, was mir dazu einfällt, ist: „Ich gehe wirklich gerne wandern und wollte einfach mal etwas Schwierigeres ausprobieren.“ Genau das habe ich getan. Und es sollte schwierig werden.

Ich war zuvor nur ein paar Mal wandern, und das waren auch nur kurze Trips mit einer Übernachtung. Ich hatte also wenig praktische Erfahrungen mit Wanderungen über lange Distanzen. Als ich mich also auf das Wagnis einließ und meinen 30-tägigen Trip durch Oregon begann, hatte ich eine sehr naive Vorstellung von dem, was auf mich zukommen würde. Wie zu erwarten war, wurde ich in den meisten Fällen eines Besseren belehrt.

Ich startete am 26. Juli südlich von Ashland. Bereits zu diesem Zeitpunkt begann ich, den Sinn dieses Trips und meinen gesunden Menschenverstand in Frage zu stellen. Die zunehmende körperliche Erschöpfung setzte bereits nach wenigen Stunden ein, als ich mit meinem ca. 20 kg schweren Rucksack langsam den Weg hinauf wankte. Damit hatte ich aber gerechnet. Ich wusste, dass meine Kondition trotz meines Marathon-Trainings und der langen Wanderungen im Vorfeld nicht optimal war. Ich musste schnell feststellen, dass mich nichts auf die täglichen langen Wanderstrecken vorbereiten konnte. Ich wusste aber auch, dass ich mich selbst dazu verpflichtet hatte und dass ich nicht aufgeben würde, egal wie erschöpft ich war.

Lest den ganzen Bericht „Wanderung auf dem Pacific Crest Trail: Teil 1“ auf TravelOregon.com

Ich hetzte den Weg hoch und blieb immer wieder stehen, um den aufziehenden Sturm zu fotografieren, der hinter mir her jagte. Es war faszinierend.

Ich hetzte den Weg hoch und blieb immer wieder stehen, um den aufziehenden Sturm zu fotografieren, der hinter mir her jagte. Es war faszinierend.
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Brooke Weeber/Travel Oregon

Teil 2

Der erste Anblick des Mount Thielsen, wie er sich hinter dem Crater Lake erhob, erinnerte mich wieder daran, warum ich diese Strapazen auf mich nahm: Ich liebe die Berge.

Ihre Größe, die Herausforderungen, die sie bieten, jeder Berg mit seiner einzigartigen Persönlichkeit. Nach über einer Woche auf flachem Terrain freute ich mich auf ein wenig Steigung und die damit verbundene Aussicht. Mir war jedoch nicht klar, dass noch eine weitere Woche der Wanderung durch den „grünen Tunnel“ vor mir lag, bevor ich tatsächlich ins Gebirge gelangen würde. Ich war wieder allein unterwegs. Mit Angelina hatte ich vereinbart, dass wir uns eventuell weiter oben wieder treffen. Meine Gedanken fingen an, sich im Kreis zu drehen. Nachdem ich zum hundertsten Mal dieselben Gedanken durchging (meistens ging es um Essen, auf das ich Appetit hatte, aber das nicht verfügbar war, oder um die Schmerzen in meinen Füßen), bereute ich es, keine Musik mitgebracht zu haben. Die erfahrenen Wanderer, denen ich begegnet bin, luden bei jeder Gelegenheit Bücher und Musik herunter. Die weniger erfahrenen Wanderer (meistens nur ich) verließen sich auf die Gesellschaft der eigenen Gedanken.

Deshalb war es nicht überraschend, dass ich mich über jeden Wanderer freute, den ich schon aus der Ferne erspähte. Diese kurzen Treffen hielten mein Interesse aufrecht und lenkten meine Gedanken für einen Moment ab. Was ist ihre Geschichte?  Warum machen sie diese Wanderung?  Wo kommen sie her?

Lest den gesamten Bericht „Wanderung auf dem Pacific Crest Trail: Teil 2“ auf TravelOregon.com

Eines tollen Abends beobachteten wir den Sonnenuntergang am Crater Lake – es war neblig und eine geheimnisvolle Stimmung legte sich über uns, als der rote Ball im See verschwand.

Eines tollen Abends beobachteten wir den Sonnenuntergang am Crater Lake – es war neblig und eine geheimnisvolle Stimmung legte sich über uns, als der rote Ball im See verschwand.
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Brooke Weeber/Travel Oregon

Teil 3

Am nächsten Tag war ich ziemlich kaputt. Ich hatte kaum noch Kraft und wusste, dass der Weg einige Schwierigkeiten bergen würde. Durch die noch größeren Höhenunterschiede, die ich an einem Tag meistern musste, und durch den felsigen, unebenen Weg konnte ich die Anstrengungen fühlen, die vor mir lagen. Ich sagte Angelina, dass sie nicht auf mich warten müsste. Wir vereinbarten, uns später am Odell Lake wieder zu treffen. Für die ersten strapaziösen Kilometer wurde ich entschädigt, sobald ich in den Jefferson Park gelangte.

Die Aussicht war so spektakulär, dass ich es nicht fassen konnte, noch nie zuvor in meinem Leben hier gewesen zu sein. Ich hielt so oft es ging inne, blickte über meine Schulter und bestaunte den gewaltigen Berg und seine Spiegelung in den Seen und Gewässern.

Lest den gesamten Bericht „Wanderung auf dem Pacific Crest Trail: Teil 3“ auf TravelOregon.com

Die Jefferson Wilderness nördlich des Santiam Pass besteht zum Teil aus einem gespenstischen Waldbrandgebiet. Die kahlen Bäume ragen in den Himmel, während die grell-grünen und gelben Pflanzen den Boden immer weiter bewuchern.

Die Jefferson Wilderness nördlich des Santiam Pass besteht zum Teil aus einem gespenstischen Waldbrandgebiet. Die kahlen Bäume ragen in den Himmel, während die grell-grünen und gelben Pflanzen den Boden immer weiter bewuchern.
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Brooke Weeber/Travel Oregon

Teil 4

Meine Gedanken rasten, als ich in Richtung der berühmten Ramona Falls Alternativ-Route wanderte. Ich wollte es unbedingt zum Eagle Creek Trail schaffen, denn von dort aus war es nicht mehr weit bis zu meinem letzten Ziel, den Cascade Locks. Es war jedoch nicht so einfach wie ich dachte. Ich dachte, der Weg wäre leichter als der vom Mount Hood zur Columbia River-Schlucht, aber da hatte ich mich getäuscht. Berge und Schluchten mit weit ausholenden Serpentinen und steilen, kurvigen Felshängen erschwerten mir das Wandern. Mein ganzer Körper schmerzte und die Tunnel Falls schienen in ewig weiter Ferne. 

Als ich endlich auf dem Eagle Creek Trail ankam, wurde der Weg flacher, und die Wanderer waren in Scharen zu sehen. Auf jeder Böschung oder Lichtung in der Nähe des Flusses wurden Zelte aufgebaut. Die besten Campingplätze wurden von den flinken Wanderern in Anspruch genommen und mit Argusaugen bewacht, aber das war mir egal. Ich ging in Richtung des Wasserfalls, von dem ich seit Beginn des Trips geträumt hatte: Tunnel Falls.

Nachdem ich an diesem Tag bereits ca. 34 km gewandert war, bog ich um die Ecke und erblickte endlich den Meilenstein, auf den ich so lange gewartet hatte. In ca. 50 m Höhe, umgeben von Felsen mit leuchtend grünem Moos und Farn, fällt der Blick sofort auf den kleinen, runden Tunnel, durch den der Weg führt. Im einen Moment hört man noch das ohrenbetäubende Grollen des Wasserfalls, im nächsten Moment wird das Grollen auch schon durch die dicken Wände der Grotte gedämpft. Wenn man dann am anderen Ende wieder heraus kommt, dröhnt es in den Ohren, und der ganze Körper ist von einem feinen Sprühnebel umgeben. 

Nach einem kurzen und interessanten Abstecher zum Paradise Park auf dem Mount Hood kletterte ich den unglaublich steilen Weg hinunter zu der Stelle, an der der Pacific Crest Trail auf den Sandy River trifft.

Nach einem kurzen und interessanten Abstecher zum Paradise Park auf dem Mount Hood kletterte ich den unglaublich steilen Weg hinunter zu der Stelle, an der der Pacific Crest Trail auf den Sandy River trifft.
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Brooke Weeber/Travel Oregon